Abendmahl

Alle an einen Tisch – Abendmahl mit Kindern
 in der Emmaus-Kirchengemeinde

Auf ihren Sitzungen hatten die damalige Kirchenvorstände der drei Gemeinden das offiziell beschlossen, was wir nun gemeinsam praktizieren. Alle sind bei uns zum Abendmahl eingeladen – ohne Altersbeschränkung. In Zukunft wird das  auch so bleiben. In den Kelchen gibt es Saft um wirlich niemanden vom Abendmahl auszuschließen.

Was in den Ostkirchen bis heute selbstverständlicher Brauch ist, dass ist im Westen ab dem Mittelalter verloren gegangen. Die Möglichkeit Kinder zum Abendmahl zuzulassen gab es in Nordelbien schon seit 70er Jahren; nun folgen wir gerne der erneuten Ermunterung durch unsere Landeskirche (s. den Link unten). Historisch gesehen war es lange üblich, dass alle zum Abendmahl eingeladen waren. Erst im Hochmittelalter entstand eine Scheu vor der Heiligkeit des Abendmahls und so wurde eine Altersgrenze gezogen.

Wir sind überzeugt: Wer Kinder durch die Taufe in der Gemeinde aufnimmt – und die Taufe begründet eine vollwertige Mitgliedschaft – der kann sie nicht vom zweiten Sakrament ausschließen. Bei Gott sind wir alle eingeladen. Unabhängig von eigenen Leistungen oder von Vorwissen. Und besonders Kinder sind willkommen. „Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes“ heißt es in Markus 10,13. Wenn die Taufe die Gemeinschaft in Jesus Christus begründet, dann müssen auch alle Getauften zur Gemeinschaft mit Christus im Abendmahl zugelassen sein.

Natürlich ist die Sorge um die Ernsthaftigkeit beim Abendmahl berechtigt. Wie bei der Kindertaufe sind die Erwachsenen gefordert, ihre Kinder mit auf den Weg zu nehmen und ihnen beim Verstehen des Abendmahls zu helfen. Natürlich sind wir auch als Gemeinde gefordert, miteinander immer wieder neu Brot und Wein zu teilen und Gemeinschaft in Jesus Christus zu erleben, der immer wieder alles neu macht.

Die Umsetzung des Beschlusses erfordert ein Umdenken in der Gemeinde, dass ist uns bewusst. Die neue Praxis braucht eine Einübung und auch viel Aufklärung. Kinder und Jugendliche sollen schließlich wissen, dass es beim Abendmahl um mehr geht also bloß die einfache Nahrungsaufnahme. Hier sind wir in allen Bereichen gefordert. In der Kinderkirche, der Kinderstube und natürlich im Konfirmandenunterricht.

Als zentrales Argument gegen das Kinderabendmahl wird immer wieder vorgebracht: Kinder begreifen die Bedeutung des Abendmahls nicht. Erst im Konfirmandenalter sind sie in der Lage die Tiefe des Abendmahlsgeschehens zu begreifen.

Es ist zu bezweifeln, dass das Abendmahlsgeschehen überhaupt jemals vollständig mit dem Verstand begriffen werden kann. Ein Teil bleibt immer Geheimnis und entzieht sich unserer Erfahrungsmöglichkeit. Auf ihre Weise können Kinder sich sehr wohl von dem Geheimnis des Neuanfangs, das in der Gemeinschaft mit Jesus Christus dem Auferstandenen gründet, berühren lassen. Und wer möchte beurteilen, welcher Abendmahlsteilnehmer wie viel versteht. Dürfen etwas altersverwirrte Menschen nicht zum Abendmahl zugelassen werden?

In der Kinderkirche haben wir bereits sehr ermutigende Erfahrungen sammeln dürfen. Zuerst ging es um die Geschichte von den Emmausjünger – erst als der Fremde das Brot bricht sehen sie klar – Jesus lebt. Er ist mitten unter ihnen -, dann buken die Älteren Brot und die Jüngeren bereiteten den Tisch und warteten geduldig. Selten war die Atmosphäre bei einem Abendmahl so dicht und gespannt wie an diesem Samstag morgen in der Lukaskirche. Die Kinder gaben sich das Brot weiter: Brot für Dich – Jesus ist mitten unter uns und wirkten tief berührt von dieser Gemeinschaft und Erfahrung mit der Kraft des Sakraments.

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