Partnerschaft, was ist das?

Sucht man in Wikipedia den Begriff Partnerschaft, so findet man folgende Definitionen:

·       Partnerschaft als besondere Gemeinschaft zweier Menschen

·       Partnerschaft als Rechtsform, nämlich als Personengesellschaft im deutschen Recht

·       Eine eingetragene Partnerschaft als Rechtsform für Paare

·       Partnerschaft als Gemeindepartnerschaft zwischen zwei Städten oder Kommunen

 

In all diesen Aspekten der Partnerschaft, die das Internet uns als mögliche Formen der Partnerschaft benennt, findet sich nur bedingt das wieder, was Partnerschaft im Sinne kirchlicher Partnerschaft ausmacht. Und schon gar nicht das, was wir in unserer Partnerschaftsgruppe hier in Emmaus zu diesem Begriff erfahren haben.

Was sind nun die Aspekte von Partnerschaft, die uns mit unseren Brüdern und Schwestern in Lole, Tansania verbinden? Einem Ort, ca. 11.000 km von Kiel entfernt, in dem die Menschen sich in einer von uns völlig unterschiedlichen Lebensrealität befinden und sich dennoch mit der Emmaus-Gemeinde in Kiel partnerschaftlich verbunden fühlen? Ist es eine historisch gewachsene Verpflichtung, die aus Tradition weiter geführt werden muss? Ist es die aus der eigenen schwierigen Situation heraus erhoffte wirtschaftliche Unterstützung? Und was ist die Motivation der Gemeindemitglieder hier in Kiel sich für die Partnerschaft zu engagieren? Ist es der exotische Touch, der schon in den Worten „Lole“ und „Kilimandscharo“ mitschwingt? Ist es nur ein „Gutmensch sein wollen"?

Ich denke, dass es mehr ist.

Zunächst lohnt es sich jedoch über die Grundlagen einer Partnerschaft ein wenig nachzudenken.

Partnerschaft setzt eine persönliche Beziehung zwischen Partnern voraus. Man kennt sich und man weiß voneinander. Familie, Beruf sowie die ganz individuellen Lebensumstände sind bekannt und man teilt sich diese mit. Konkret für mich bedeutet dies z. B., dass die aktuellen Kaffee- und Weizenpreise oder Marktberichte ausgetauscht werden und wie immer, wenn landwirtschaftlich interessierte Personen in Kontakt kommen, wird auch über das jeweils herrschende Wetter berichtet.

Partnerschaft ist also Kommunikation zu Themen, die wir kennen und uns berühren.

Partnerschaft steht auch für Wertschätzung und Respekt, denn nur wenn ich den Partner respektiere, kann ich ihn verstehen. Und dieses Verstehen kann manchmal eine Herausforderung darstellen, denn die kulturellen Unterschiede sind groß. Sind wir ehrlich, dann müssen wir zugeben, dass wir dieses Problem des Verstehens im Kleinen hier in Deutschland zur Genüge kennen und dies häufig genug Anlass zum Schmunzeln gibt, wenn wir uns über die kulturellen Unterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland oder gar Nordfriesen und Dithmarschern unterhalten.  Um wie viel mehr verstärken sich diese Erfahrungen mit Blick auf die Unterschiedlichkeit der Kulturen, die zwischen Tansania und Deutschland bestehen! Wir in der Partnerschaftsgruppe haben inzwischen auch gelernt, dass das deutsche „Nein“ und das „hapana“ in Kisuaheli unterschiedlich gebraucht werden und lernen immer noch, uns „richtig“ zu verstehen.

Ein wichtiger Aspekt, der sich zwangsläufig aus einer Wertschätzung und dem Respekt dem Partner gegenüber ergibt, ist ein Gefühl der Verantwortung und ja, auch der Verpflichtung. Verpflichtung im positiven Sinne.

Kirchliche Partnerschaft bedeutet also auch Verbundenheit zu unseren Brüder und Schwestern in anderen Teilen der Welt, Gemeinschaft, wie wir sie beim Sprechen des „Vater unser“ so selbstverständlich gebrauchen.

Dr. Bernhard Ingwersen 

Interessieren Sie sich für Partnerschaftsarbeit mit Tansania?

Dann kommen Sie und arbeiten Sie bei uns mit!

Wer sind wir?

Wir sind ein Arbeitskreis, der die Partnerschaft der Emmaus-Kirchengemeinde mit der Lutherischen Kirchengemeinde Lole in Tansania begleitet und weiterentwickelt.

Seit über 20 Jahren besteht eine Partnerschaft mit der Lutheran Church Lole am Fuße des Kilimanjaro im Norden Tansanias.

Was haben wir bisher gemacht? 

Seit 1992 gingen zahlreiche Besuche hin und her, und die Emmausgemeinde engagierte sich vor allem für den Aufbau und Betrieb einer Öl- und Maismühle sowie der Dispensary, einer kleinen Krankenstation. Ende 2013 konnte die neue Kirche eingeweiht werden, die 1.500 Gottesdienstteilnehmern Platz bietet.

Ein wesentlicher Aspekt der Partnerschaftsarbeit besteht jedoch darin, jeweils vor Ort die Gemeinde und Menschen kennen zu lernen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und Erfahrungen und Gedanken auszutauschen.

Was haben wir in Zukunft vor? 

Nach dem Neubau der Kirche stehen unsere Partner nun vor der Aufgabe, nachhaltige Anbau- und Wirtschaftsmethoden zu entwickeln, um die Grundversorgung der Menschen vor Ort zu stabilisieren.

Vor allem müssen die vielen Waisen und Witwen mit dem Allernötigsten versorgt werden. Hier ist unser finanzielles Engagement gefragt.

Was sollten Sie "mitbringen" und wie kann sich Ihre Mitarbeit konkret gestalten? 

Sie sollten neugierig und bereit sein, sich auf fremde Kulturen einzulassen und wenn möglich, sich in der englischen Sprache unterhalten können. Wenn Sie dann noch Ideen haben, wie die Partnerschaftsarbeit noch besser gelingen kann, dann wäre das wunderbar. Wenn Sie jetzt Lust bekommen haben mitzuarbeiten, oder Fragen zur Partnerschaftsarbeit haben, melden Sie sich einfach!

Spendenkonto

Ev. Luth. Emmaus-Kirchengemeinde
Evangelische Bank
IBAN DE36 52060410 2206463401
Verwendungszweck: Partnerschaftsarbeit